Bischweier verabschiedet Robert Wein in den Ruhestand und ernennt ihn zum Ehrenbürger
Eine bis auf den letzten Platz besetzte Sporthalle und emotionale Momente sowie große Wertschätzung für Robert Wein weit über unsere Ortsgrenzen hinaus prägten die Feier.
Mit unermüdlichem Einsatz hat er die Gemeinde Bischweier in die Zukunft geführt. Zum Dank für sein Lebenswerk wurde ihm an diesem bewegenden Abend die goldene Ehrennadel verliehen und er wurde zum Ehrenbürger von Bischweier ernannt.
„Heute verabschieden wir den dienstältesten Bürgermeister unseres Landkreises“, sagte Landrat Dr. Christian Dusch. Robert Wein habe ein Stück Kommunalgeschichte geschrieben und sich mit Klarheit, Hartnäckigkeit und Leidenschaft immer auf die Seite der Gemeinde gestellt, lobte der Landrat.
Den sympathischsten Auftakt machten die Kinder der Grund-schule und des Kinderhauses Regenbogen mit einem Gedicht und überreichten eine Schultüte für den neuen Lebensabschnitt.
Wie sehr sich unser Heimatort in den letzten drei Jahrzehnten verändert hat, riefen die beiden Bürgermeisterstellvertreter Elmar Reichl (CDU) und Andrea Balduin-Schober (SPD) in Er-innerung. „Er hat Bischweier vom gemütlichen Dorf zur Perle des Murgtals umgekrempelt“, lobten sie den scheidenden Bürgermeister.
Hohe Auszeichnungen und kulturelle Dankeschön-Momente Lobende Worte kamen auch von der Feuerwehrführung unter Kommandant Daniel Wanke. Als Würdigung für seine stetige Unterstützung des Feuerwehrwesens in Bischweier überreichte ihm der stellvertretende Kreisbrandmeister Günter Dußmann die Ehrenmedaille des Deutschen Feuerwehrverbandes, die höchste Auszeichnung für Personen, die nicht aktiv der Feuerwehr angehören.
„Robert, mein Robert“, sang die Vielharmonie unter Leitung von Roland Siebert. Weiter wurde die Veranstaltung kulturell umrahmt vom Akkordeonclub, der Musikkapelle sowie von einer Delegation des Turnvereins.
Norbert Kobinger dankte als Vertreter der Bischweierer Vereine für die stets offenen Ohren und die Unterstützung. Marco Westermann, Oberdaifl der Murgdäler Schluchte Daifl, überreichte im Namen der Bischweierer Narrenzünfte dem ehemaligen Schirm-herrn des Rosenmontagsumzugs einen „Schirmherrenschirm“.
Wertschätzung aus der Region und bewegende Worte der Familie Die Weggefährten aus den Nachbargemeinden sparten ebenfalls nicht mit Lob. „Wir verabschieden nicht nur den Bürgermeister von Bischweier, wir verabschieden einen Kollegen, einen Ratgeber, einen Freund“, sagte der Ötigheimer Bürgermeister Frank Kiefer im Namen des Bürgermeisterverbandes. Er dankte ihm für seine Liebe zu seinem Traumberuf Bürgermeister und überreichte dem „klimafreundlichsten und radelnden Bürgermeister“ ein Radtrikot.
Fleiß, Geduld und Gemeinschaftsgeist sowie die Kunst, Bischweier mit wenig Geld Gutes zu leisten, hätten Weins Amtszeit geprägt, betonte der Kuppenheimer Bürgermeister Karsten Mußler.
Weitere Gruß- und Dankesworte sprachen Katharina Kimmich, Bürgermeisterin von Ubstadt-Weiher, die einst bei Robert Wein im Rathausteam gearbeitet hat, Hansjörg Melchinger vom Rechtsberaterteam und Dietmar Späth, ehemaliger Bürgermeis-ter von Muggensturm und ehemaliger Oberbürgermeister der Stadt Baden-Baden.
Für alle im Saal der wohl emotionalste Augenblick war die Rede von Florian Wein, der die 37 Jahre Bürgermeister in Bischweier aus der Perspektive eines Sohnes erzählte. „Du hast Deinen Beruf von innen gelebt, das waren gelebte Werte“, so Florian Wein, der seinen Vater als „Macher mit Verantwortungsbe-wusstsein“ bezeichnete.
„Unfassbar schön, was ich heute Abend erleben durfte“, sagte Robert Wein mit einer Träne im Auge. Die Erfolge der vergangenen 37 Jahre seien nicht nur seine Erfolge, sondern das Ergebnis einer stark zusammenhaltenden Gemeinschaft. Das Bürgermeisteramt habe ihn erfüllt, es war für ihn Berufung, doch das sei Vergangenheit, er habe losgelassen und ein neues Leben liege vor ihm, beteuerte er mit Blick zu seiner Ehefrau Bärbel und seiner Familie.
Zum Schluss sangen die Gemeindebeschäftigten „Wir sagen Dankeschön, fast 40 Jahre der Robert“. Eine Wertschätzung, in die die mehrere hundert Gäste des Abends minutenlang stehend einstimmten.



